Antifa Senden http://antifasenden.blogsport.de Sun, 22 Aug 2010 17:01:12 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Nachttanzdemo Münster, Waking up the city! http://antifasenden.blogsport.de/2010/08/22/nachttanzdemo-muenster-waking-up-the-city/ http://antifasenden.blogsport.de/2010/08/22/nachttanzdemo-muenster-waking-up-the-city/#comments Sun, 22 Aug 2010 17:01:12 +0000 Administrator Allgemein http://antifasenden.blogsport.de/2010/08/22/nachttanzdemo-muenster-waking-up-the-city/ Waking up the city!

Dröhnende Bässe, tanzende Menschen – eine ungewöhnliche Demonstration wird am 2. Oktober durch die nächtlichen Straßen von Münster ziehen: Waking up the city! Die erste Nachttanzdemo fordert zum Mitmachen auf, bietet Raum, den eigenen Positionen Gehör zu verschaffen und Stellung zu beziehen: Gegen eine Stadtpolitik, die sich vor allem an den Interessen der Wohlhabenden orientiert; gegen die Gentrifizierung ganzer Stadtviertel; gegen eine Ordnungspolitik der Normierung, Eingrenzung und Beseitigung bestehender Freiräume; gegen die Umwälzung der Kosten der Krise auf die lohnarbeitende und arbeitslose Bevölkerung.

Die Krise findet Stadt
Zwei Jahre nach dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise ist ein Aufschwung noch lange nicht in Sicht. Die Krise findet statt. Kein Weiterwiebisher. Die gigantischen Rettungspakete und Stützungsmaßnahmen für die stürzende Finanzwirtschaft und die Konjunkturpakete, welche die Auswirkungen der Krise eine zeitlang abfedern sollten, haben die Verschuldung der Staatshaushalte nach oben getrieben, nicht nur in Griechenland. In Verbindung mit einer seit Jahren andauerenden kommunalen Finanzkrise geraten auch die Kommunen weiter unter Druck. Wer glaubte, dass mit der Wirtschaftskrise auch die vorherrschenden Ideologien des Neoliberalismus in eine grundlegende Legitimationskrise gerieten, irrte sich. Genauso wie die schwarz-gelbe Bundesregierung darum bemüht ist, die ihr fehlenden Mittel durch ein rigides Sparpaket vor allem zu Lasten der Einkommensschwachen und Hartz-IV-EmpfängerInnen aufzutreiben, genauso agiert Münsters Stadtverwaltung, die ein ebenso umfassendes Sparpaket geschnürt hat. Der Trend der vergangenen Jahre wird fortgesetzt. Gespart werden soll vor allem bei Ausgaben für Kultur, Bildung und Soziales, bei den „freiwilligen Ausgaben“ der Kommune, die wie zusätzliche Leistungen zu Hartz IV vor allem den Ärmsten zu Gute kommen. Eine Abkehr von der städtischen Politik vor der Krise ist nicht zu beobachten.

Aufwertung für alle?
Weiterhin wird Münster als „Konzern Stadt“ begriffen. Die obersten Prinzipien der „unternehmerische Stadtpolitik“, für die OB Lewe wie sein Vorgänger OB Tillmann stehen, sind eine Standortpolitik zu Gunsten von Unternehmen, deren Investitionen man sich erhofft und deshalb mit fast konkurrenzlos niedrigen Gewerbesteuersätzen begünstigt, sowie von wohlhabenderen Schichten und TouristInnen, deren Bedürfnisse vor allem bei der Umgestaltung der Innenstadt und der stadtnahen Wohnquatiere im Mittelpunkt stehen. In der reichen Stadt Münster gerät die Armut aus dem Blick bzw. wird buchstäblich an den Rand der Stadt gedrängt; in Vororte mit großen Wohnblöcken, um deren Sanierung sich seit deren Verkauf an großen Investmentfonds und Immobiliengesellschaften erst recht wenig gekümmert wird. Viele innenstadtnahe Wohnviertel erfahren in den letzten Jahren eine privat wie städtisch forcierte Aufwertung, die mit der Verdrängung vieler dort Wohnender mit geringerem Einkommen einhergeht (Gentrifizierung). Luxussanierte Altbauwohnungen, die Gated-Community „Klostergärten“ am Bohlweg und der massive Rückgang von Sozialwohnungen, welche sich seit 1988 von 19000 auf 7800 verringert haben, versinnbildlichen diese Entwicklung. Die umkämpften Abrisse und Neubauten an der Grevener Straße geben dafür ein weiteres Beispiel. Statt den von der stadteigenen Wohnungsgesellschaft „Wohn- und Stadtbau“ propagierten modernen Sozialwohnungen sind vor allem Eigentums- und teure Mietwohnungen entstanden. Weichen mussten einige der letzten günstigen Mietwohnungen in Innenstadtnähe, ein linkes Kulturcafè und eventuell bald ein in den 1980ern aus einer Besetzung entstandenes Hausprojekt.

Diese Entwicklung findet sich nicht nur im Kreuzviertel. Der Münsteraner Hafen (Stadthafen I) ist ein beliebter Treffpunkt für die verschiedensten Menschen. Doch kaum eines der kulturellen oder gastronomischen Angebote der Nordseite orientiert sich an Menschen mit kleinerem Geldbeutel. Das Leitbild des „KreativKai“ wird nur von einigen Wenigen gemalt. Für Vereine und Initiativen beispielsweise, die sich selbstlos für soziale, kreative oder politische Belange der Bevölkerung einsetzen und keine eigenwirtschaftlichen Zwecke verfolgen, scheint hier kein Platz zu sein. Ein Blick auf das Nutzungskonzept und die Mietpreise genügen. Das Gebiet um den Hafen soll aufgewertet werden: Diskutiert wird über die Schaffung eines riesigen Einkaufszentrums an den Osmo-Hallen, eine Bebauung der Südseite ähnlich des Kreativkais oder eine „Wasserstadt“. Die Existenz des Hawerkamp-Geländes ist nicht unbedingt gesichert, steht es doch Plänen für eine Ausweitung des Hafenplatzes im Wege. Von ihren gigantischen „Leuchtturmprojekten“ nimmt die Stadtverwaltung auch in der Krise keinen Abstand. Noch immer gilt die dümmliche Annahme, dass das, was Investoren und Reichen nutzt und gefällt, irgendwie auch zum Nutzen aller ist – selbst, wenn sich das Gegenteil hunderte Male bewiesen hat. Sicher ist allerdings, dass eine solcher Art betriebene Aufwertung die Mieten im angrenzenden Hansaviertel unter Druck setzen und Prozesse der Gentrifizierung weiter beschleunigen wird.

Von Abwertung statt Aufwertung ihrer Lebensverhältnisse hingegen können viele Menschen ein Lied singen. Sie sind gezwungen, sich mit prekären Beschäftigungsformen wie Leiharbeit, befristeten Arbeitsverhältnissen und Minijobs über Wasser zu halten oder beziehen Hartz IV und sind nicht selten den damit einher gehenden Drohungen und Sanktionen der Behörden ausgesetzt.

Kein Gegruschel mit der Macht
Die Nachttanzdemo ist in dieser Form in Münster einzigartig. Starten wird sie am Hauptbahnhof – begleitet von diversen DJs, Interviews und euch – und endet am Hafen mit einem Open-Air-Konzert. Sie soll eine Demonstration sein, die eine Klammer für die verschiedenen Kämpfe und Auseinandersetzungen darstellt, in der sich Initiativen und Einzelpersonen mit ihren Forderungen und Interessen ausdrücken können und die damit das Gemeinsame in verschiedenen Kämpfen hervorhebt: die Opposition zu einer Stadtpolitik, die Wohlstand und Ordnung zu ihren Leitmotiven erklärt und damit Ausschluss und Ausgrenzung produziert. Wir sind für eine solidarische Gesellschaft und eine Perspektive des radikalen Wandels gesellschaftlicher Macht- und Herrschaftsverhältnisse.

Schluss mit dem lethargischen Abhängen vor der Flimmerkiste und dem Social-Media-Gegruschel! Draußen vor der Tür, in der Nachbarschaft, in eurem Viertel, in eurer Stadt geschehen die wirklich spannenden Dinge!

Stand up and wake up the city!

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Auf zu neuen Taten! Dem Naziaufmarsch am 4.9.2010 entgegentreten. http://antifasenden.blogsport.de/2010/08/12/auf-zu-neuen-taten-dem-naziaufmarsch-am-4-9-2010-entgegentreten/ http://antifasenden.blogsport.de/2010/08/12/auf-zu-neuen-taten-dem-naziaufmarsch-am-4-9-2010-entgegentreten/#comments Wed, 11 Aug 2010 22:04:21 +0000 Administrator Allgemein http://antifasenden.blogsport.de/2010/08/12/auf-zu-neuen-taten-dem-naziaufmarsch-am-4-9-2010-entgegentreten/

Ein verdrehter Antikriegstag

Für den 4. September 2010 mobilisieren die Dortmunder Neonazis erneut europaweit zum so genannten „Nationalen Antikriegstag”. Die seit 2005 jährlich stattfindende Demonstration ist für die extreme Rechte ein günstiger Anlass, um unter dem Deckmantel des „Pazifismus“ ihren Rassismus, Antisemitismus und Antiamerikanismus zu propagieren. Vom Geschichtsrevisionismus gar nicht zu sprechen: Die Neonazis leugnen bis heute konsequent die historische Tatsache, dass mit dem Angriffskrieg der deutschen Nationalsozialist_innen gegen Polen der Zweite Weltkrieg begann.
Der Gedenktag am 1. September erinnert eigentlich an den Überfall Deutschlands auf Polen. Mit diesem Angriff wurde der 1. September 1939 zum Beginn des deutschen Vernichtungskrieges. Der „Antikriegstag“ ging dann aus einer Gewerkschaftsinitiative 1957 hervor, die gerade mit Blick auf die Wiederbewaffnung Deutschlands unter dem Motto „Nie wieder Krieg und nie wieder Faschismus!“ zu Aktionen aufrief.

Das „Event“ der „Autonomen Nationalisten“

Einige Zeit lang schien es, als würde sich dieser Neonazi-Aufmarsch unter Federführung der Dortmunder „Autonomen Nationalisten” zu einem wichtigen Tag im Kalender der aktionsorientierten extremen Rechten entwickeln, da bei dem Aufbau dieses Ereignisses besonders auf den „Event-Charakter” Wert gelegt wurde. Während zum ersten Aufmarsch 2005 circa 200 Neonazis erschienen, wuchs die Zahl bis 2008 auf 1100 an. Das Gewaltpotential bei Aufmärschen der Dortmunder Neonazis hat in dieser Zeit massiv zugenommen; 2009 etwa überfielen circa 400 Neonazis aus einer Spontandemonstration heraus die 1. Mai- Demonstration des DGB.

Diese Erfolgsgeschichte erfuhr im letzten Jahr einen empfindlichen Einschnitt. Denn 2009 ist es gelungen, den Mythos des „Nationalen Antikriegstags“, den die Dortmunder Neonazis in jahrelanger europaweiter Mobilisierungsarbeit versucht hatten aufzubauen, erfolgreich zu beschädigen. In der Stadt kam Einiges in Bewegung, und letztlich gestaltete es sich für die Polizei durch die zahlreichen Gegenaktivitäten zu schwierig, den Schutz für die Nazidemonstration zu gewährleisten. Der „Nationale Antikriegstag“ blieb somit weit hinter den Erwartungen der Nazis zurück, die mit ansehen mussten, wie ihre „Erfolgsstory” in einer Kundgebung buchstäblich stehen blieb. Doch das letztjährige Debakel hindert die Dortmunder Autonomen Nationalist_innen nicht daran, weiterhin an der Etablierung eines „Nationalen Antikriegstages” festzuhalten. Für dieses Jahr haben die Dortmunder Neonazis an drei Tagen rund um das erste Septemberwochenende (3.,4.,5. September) Aktionen und Veranstaltungen angemeldet und die europaweite Mobilisierung ist in vollem Gange.

Dortmund – ein “Labor”?

Weiterhin gibt es in Dortmund eine aktive und gefährliche Naziszene.
Dortmund ist mittlerweile eine Hochburg der sogenannten „Autonomen Nationalisten” in Deutschland geworden. Durch den permanenten Zuzug von Neonazi-Kadern aus anderen Regionen ist hier so etwas wie ein „Labor” für diejenigen Neonazis entstanden, die versuchen einen neuen aktivistischen und militanten Stil in der Neonaziszene zu etablieren. Die sogenannten „Autonomen Nationalisten” haben sich Kleidungsstil und Aktionsformen der linksradikalen Autonomen angeeignet und dabei völkisch und nationalsozialistisch umgewandelt.

In den vergangenen Monaten ließ die Dortmunder Naziszene ihren Frust über das eigene Versagen in 2009 vor allem an den Nazigegner_innen, derer sie habhaft werden konnten, aus. Besonders hart traf es eine Familie im Stadtteil Dorstfeld, die von dort ansässigen Nazis derartig terrorisiert wurde, dass sie sich schließlich gezwungen sah, aus dem Stadtteil fortzuziehen.

Der Neonazismus und die Stadt

Für einen handfesten Skandal sorgte der ehemalige Chef der Feuerwehr Dortmund, heutiger Leiter eines stadteigenen Institutes für Feuerwehrtechnik und langjähriges Mitglied der SPD: Klaus Schäfer. Nachdem er Ende April als Teilnehmer einer Neonazikundgebung in Erscheinung trat, konnten Antifaschist_innen in Erfahrung bringen, dass Schäfer bereits seit einiger Zeit aktives Mitglied der Dortmunder Naziszene ist und beispielsweise auch an der Kundgebung am 5. September 2009 teilnahm. Auch wenn Schäfer umgehend suspendiert wurde, zeigt sich hier deutlich, dass Neonazismus in Dortmund längst nicht nur ein Jugendphänomen ist.

In der Dortmunder Öffentlichkeit hat sich seit letztem Jahr Einiges bewegt. Den Naziaufmarsch haben viele Akteur_innen gegen Rechts als Aktionsfeld genutzt. Am 5. September fand eine Vielzahl von Veranstaltungen statt, die dazu beitrugen, dass der Handlungsspielraum der Nazis stark eingeschränkt wurde. Zu einem aktiven Vorgehen gegen den Aufmarsch der Nazis konnten sich viele dieser Akteur_innen jedoch nicht durchringen; es wurde auch dann noch an Veranstaltungen festgehalten als längst klar war, dass die Nazis sich weitab von diesen im Hafen treffen würden.
Weiterhin problematisch ist zweifellos die Herangehensweise der offiziellen Stellen. Während Stadt und Polizei mit jahrelanger Verspätung aufgefallen ist, dass Dortmund ein Naziproblem hat, gefallen sich die verantwortlichen Amtsträger_innen in ihrer neuen Rolle als „Kämpfer_innen gegen Rechts”. So glaubt der Sonderbeauftragte der Stadt für „Vielfalt, Toleranz und Demokratie“, Hartmut Anders-Hoepgen inbrünstig: “Dortmund ist eher eine Hochburg des Widerstands gegen Rechts.” Substantielles Engagement gegen Neonazis ist von diesen Leuten jedoch nach wie vor nicht zu erwarten. Eine Menge Geld hat die Stadt Dortmund zuletzt in die Erstellung einer Studie über die Dortmunder Naziszene gesteckt. Das Resultat war mehr als dürftig: Über die Verfasstheit der Neonaziszene liefert die Studie keine Erkenntnisse; die Arbeit von Antifa-Gruppen wird völlig ausgeblendet.

Auf zu neuen Taten!

Gerade die Arbeit linker Antifa-Gruppen hat dazu beigetragen, dass die Dortmunder Naziszene deutlich weniger frei agiert als noch vor zwei Jahren.
Mit regelmäßigen Aktionen wie dem Gedenken an Thomas Schulz und den Protesten am Antikriegstag ist es gelungen, das Naziproblem zum Thema zu machen. Doch auch abseits solcher Events findet eine kontinuierliche Arbeit statt. Zuletzt gründeten Dortmunder Antifa-Gruppen das “Dortmunder Antifa Bündnis”, um diese Zusammenarbeit weiter zu vertiefen.

Für den September gilt es nicht nur an all dies anzuknüpfen, sondern auch mit gemeinsamer Anstrengung einen weiteren Schritt dahin zu gehen, dass ein Nazi-Event wie der “Nationale Antikriegstag” in Dortmund keine Zukunft hat. Das S4-Bündnis ruft dazu auf, am ersten Septemberwochenende nach Dortmund zu kommen und gegen den Naziaufmarsch auf die Straße zu gehen!

*Auf zu neuen Taten! – Dem Naziaufmarsch am 4. September in Dortmund entgegentreten.
http://s4.blogsport.de

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13. Februar 2010 in Dresden http://antifasenden.blogsport.de/2010/01/04/13-februar-2010-in-dresden/ http://antifasenden.blogsport.de/2010/01/04/13-februar-2010-in-dresden/#comments Mon, 04 Jan 2010 10:57:39 +0000 Administrator Allgemein http://antifasenden.blogsport.de/2010/01/04/13-februar-2010-in-dresden/

Keine Versöhnung mit Deutschland!
Aufruf gegen Gedenken und Naziaufmarsch am 13. Februar 2010 in Dresden

Das Dresden-Gedenken scheint wichtig, so wichtig, dass die neue sächsische Staatsregierung eigens für den bevorstehenden 65. Jahrestag das Versammlungsrecht noch schnell erheblich einschränken will. Schließlich ruinieren „Extremisten“ schon seit Jahren die Gedenkstimmung rund um den 13. Februar und gefährden Sicherheit, Ruhe und Ordnung. Unterdessen versucht eine Handvoll Dresdner Kultur- und Kirchenprominenz ein weiteres Denkmal zur Erinnerung an die Bombardierung und das Wiedererstehen der Stadt zu erstreiten. Zwar wurde erst 2009 eine neue Erinnerungsstelle in der Altstadt eingeweiht, aber Mahnmale für Dresden kann es in Dresden nicht genug geben. Mit kaum verhohlener revanchistischer Rhetorik wird das Denkmal in der Sächsischen Zeitung beworben; es zeigt einen „gestürzte[n] Mensch[en], der sich aufbäumt, ein Gefallener, der aus eigener Kraft aufersteht. So wie die Dresdner, so wie ihre Stadt.“ Die Oberbürgermeisterin bemüht sich derweil, eine dem Jahrestag angemessene Gedenkatmosphäre zu schaffen – laute Musik oder Demonstrationen sind dabei sehr hinderlich, denn das erwünschte Gedenken soll als unpolitischer und damit unhinterfragbarer Akt wahrgenommen werden. Mit Hilfe einer Menschenkette um die historische Altstadt soll ein „Zeichen gegen Extremismus“ gesetzt und gleichzeitig der Zerstörung der Stadt gedacht werden. Business as usual in Dresden.

Wenn von „Extremisten“ die Rede ist, sind vor allem diejenigen gemeint, die Kritik am Gedenken äußern, deutschen Opfermythen widersprechen oder gegen den Aufmarsch tausender Nazis mehr als nur symbolisch und nicht zur Verteidigung des „wahrhaften Gedenkens“ protestieren. Weniger gemeint sind die Nazis. Ihnen soll durch das Gesetz ein Aufmarsch durch die historische Dresdner Altstadt verboten werden, also etwas, worauf sie bereits 2009 verzichteten. Ihnen wird auch weiterhin mit der Floskel begegnet, sie würden das Gedenken „missbrauchen“. Übergangen wird dabei geflissentlich, dass die Nazis sich in ihrer Grundaussage nicht vom bürgerlichen Gedenken unterscheiden – sie erinnern genauso an vermeintlich unschuldige deutsche Opfer.

Für eine emanzipatorische Linke bedeutet das viel Arbeit. Es heißt vor Ort zu sein und die unbequemen Fragen zu thematisieren. Es heißt deutlich zu machen, dass allen Formen des Gedenkens eben dieser gemeinsame geschichtsrevisionistische Kern innewohnt.

Die Mythen um Dresden
Dresden gilt als „Sinnbild der Zerstörung und der zivilen Kriegsopfer“ weil sich seine Zerstörung „von den Zerstörungen anderer deutscher Städte deutlich unterschied“ und „nur kurze Zeit vor Kriegsende, als besonders viele Flüchtlinge in der Stadt waren, was die Zahl und das Gewicht der menschlichen Opfer weiter erhöhte“ stattfand, heißt es im eingangs angeführten Gesetzentwurf der sächsischen Staatsregierung. Doch wie entstand diese Vielzahl von Mythen, denn um nichts anderes handelt es sich hierbei? Sie gehen auf eine NS-Propagandakampagne zurück, die einerseits darauf zielte, den Volkssturm im Inland zu stärken, und andererseits die Alliierten im Ausland zu diskreditieren. Zur Dramatisierung wurden einfach die Totenzahlen, die bei höchstens 25 000 lagen, verzehnfacht. Auch die Tiefflieger entsprangen schlicht der Phantasie der NS-Propaganda. Ebenso ist es mit der unschuldigen Kunst- und Kulturstadt nicht weit her. Dresden war die zweitgrößte Garnisonsstadt und wichtiger Standort der Rüstungsproduktion des Dritten Reiches. Zudem leisteten die Dresdner_innen gleichermaßen wie der Rest der deutschen Bevölkerung ihren Beitrag zur Umsetzung und Verteidigung der Volksgemeinschaft, in dem sie sich aktiv oder zumindest passiv beteiligten. Bis zuletzt wurden Jüdinnen und Juden verfolgt. Noch während und kurz nach der Bombardierung Dresdens wurden ehemalige KZ-Insassen auf Todesmärschen durch Dresden getrieben. Die Mythen um Dresden spielen nach wie vor keine unerhebliche Rolle im Gedenken zum 13. Februar. So veröffentlichte die sächsische Landeszentrale für politische Bildung unlängst ein Buch, in dem verschiedene Zeitzeug_innen in unkommentierter Form jene Mythen zum Besten geben und fortschreiben.

Gleichzeitig ist im offiziellen Gedenken seit einiger Zeit eine Veränderung wahrzunehmen. In den Reden, die am 13. Februar 2009 gehalten wurden, sind inhaltliche Verschiebungen auszumachen. Es findet eine geschichtliche Einordnung der Ereignisse am 13. und 14. Februar 1945 statt; an Stelle der bekannten Dresdenmythen werden wissenschaftliche Fakten benannt. Statt Verdrängung und Leugnung findet sich die Betonung, dass die Bombardierung Dresdens als Folge der „nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“ zu sehen sei. So formuliert die Dresdner Oberbürgermeisterin Orosz: „Wie Dresden mussten tausende andere Menschenorte in Schutt und Asche sinken, ehe denen, die diesen Krieg angezettelt hatten, der nationalsozialistischen Verbrecher-Clique, Einhalt geboten war.“

Die ausgemachte „Versachlichung“ und Benennung geschichtlicher Zusammenhänge gibt jedoch keinerlei Anlass, von der Kritik am jährlich in Dresden zelebrierten Gedenken abzurücken. Im Gegenteil.

Opfermythos 2.0
Dass es möglich ist, jenen Deutschen zu gedenken, welche selbst zum Großteil die nationalsozialistische Ideologie teilten und involviert waren in das mörderische System, gleichzeitig aber die Ablehnung des NS und die gelungene Aufarbeitung der Vergangenheit zu propagieren, ohne dabei in Konflikt zu geraten, liegt in der Art und Weise der Betrachtung des NS und der Beschreibung des „Kontextes“. Ein Beispiel: In den immer gleichen hohlen Phrasen wird betont, dass jener Krieg, der 1939 von Deutschland ausging, im Februar 1945 zurückgeschlagen habe.

Von wem ging der Krieg aus?
Wahlweise von der „nationalsozialistischen Verbrecher-Clique“, von „Hitler und seinen Helfern“ oder aber ganz abstrakt von „den Nazis“. Losgelöst von diesen Schuldigen, wird eine unschuldige, unbeteiligte deutsche Zivilbevölkerung konstruiert, die so nie existierte. Der NS war in seiner Systematik, seiner Ideologie und seinen Verbrechen auf die aktive oder zumindest passive Beteiligung der „ganz normalen Deutschen“ angewiesen. Es ist die gern übergangene historische Tatsache, dass der Großteil der Deutschen die Ideologie von Volksgemeinschaft und Herrenrasse, vom unterdrückten deutschen Volk und vom notwendigen Krieg teilte und das nationalsozialistische Projekt unterstützte. Dieses fand nicht heimlich statt, gesteuert von „ein paar Fanatikern“, sondern war in Zeitungen nachzulesen, auf der Straße und in der Wochenschau zu sehen und bereits in Kinderliedern zu hören. Wenn nun aber die „ganz normale deutsche Bevölkerung“ von jeglicher Beteiligung am Nationalsozialismus freigesprochen wird, erscheint diese im Dresden-Gedenken perfiderweise als „Opfer des NS“ und nicht als wesentlicher Garant für dessen Gelingen. Diese behaupteten „normalen“ Deutschen hätten selbst unter der „Hitlertyrannei“, welche die Bombardierung verursacht hat, gelitten. Dresden habe mit seiner Zerstörung für die Verbrechen „der Nazis“ büßen müssen und sei nun aufgrund der eigenen Leiderfahrung geläutert. So kann sich Dresden auch zum 65. Jahrestag der Bombardierung einmal mehr als das darstellen, was es so gern sein möchte – das Symbol für Frieden und Versöhnung.

Der Krieg schlug zurück?
Die Bombardierung Dresdens war kein Zurückschlagen des von den Deutschen geführten Vernichtungskriegs, sondern ein militärisches Mittel zur Niederschlagung der nationalsozialistischen Barbarei und bedeutete für deren Opfer ein Schritt in Richtung Befreiung. Nur indem menschliches Leid in einer unpolitischen und nur noch moralischen Sicht per se zum einzigen Ausgangspunkt in der Betrachtung des 2. Weltkriegs wird, ist die Rede vom zurückschlagenden Krieg möglich. Eine Auseinandersetzung mit Schuld und Täterschaft, ja überhaupt mit Historie, wird dabei umgangen. Hier macht der Krieg alle gleichermaßen zu Täter_innen und Opfern und einzig Leid wird zum universellen Maßstab. Diese indifferente Betrachtungsweise ermöglicht und legitimiert das Gedenken an die vermeintlichen deutschen Opfer, weil sie die Frage nach der Spezifik deutscher Verbrechen und nach den Voraussetzungen für deren Durchführung nicht stellt. Dass die Deutschen einen Vernichtungskrieg in Osteuropa führten, in dem sie bewusst ganze Landstriche verwüsteten und die Bevölkerung auslöschten, um ihren Plan der Gewinnung neuen „Lebensraums“ für die deutsche Volksgemeinschaft zu verwirklichen, dass die Deutschen systematisch Millionen Jüdinnen und Juden in ganz Europa zusammentrieben, deportierten und in Vernichtungslagern töteten, dass dem deutschen Rassenwahn Sinti und Roma, Homosexuelle, Behinderte zum Opfer fielen – all das verschwindet in der Rede vom „zurückschlagenden Krieg“. In ihr werden Verallgemeinerung und Moralisierung betrieben, welche schlussendlich nur der Verharmlosung und Relativierung Deutscher Schuld dienen.

Mit einer solchen Benennung der „Vorgeschichte“ der Bombardierung wird eine Interpretation der Ereignisse angeboten, die es ermöglicht, einen deutschen Opfermythos ins modernisierte Gedenken zu übersetzen und so nutzbar zu machen für die Konstruktion einer modernen Dresdner, aber auch deutschen Identität.

„Vergangenheitsbewältigungsweltmeister“
Diese Form der Relativierung ist nicht neu. Auf bundespolitischer Ebene setzte ein solcher Wandel in der Erinnerungspolitik und im Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands bereits Ende der 90er Jahre ein. „Nicht trotz sondern wegen Auschwitz“ – so die Begründung Joschka Fischers – führten deutsche Soldaten 1999 in Jugoslawien erstmalig wieder Krieg. Aus der vorbildlichen Aufarbeitung der Geschichte ergäbe sich die Befähigung und die moralische Verantwortung überall dort auf der Welt auch militärisch einzugreifen, wo Unrecht geschieht. Die Aufarbeitung der eigenen „dunklen Geschichte“ wird stolz vor sich her getragen und als moralischer Pluspunkt innerhalb der europäischen und internationalen Gemeinschaft nutzbar gemacht. Seit Rot-Grün ist Deutschlands Umgang mit seiner Vergangenheit nicht mehr durch Verdrängung, Leugnung und Schlussstrichdenken gekennzeichnet, sondern vielmehr durch Anerkennung und Integration, geradezu Einverleibung der nationalsozialistischen Vergangenheit in die bundesdeutsche Identität. Die einzigartige „Aufarbeitung“ Deutscher Schuld bestärkt das Selbstbild als moderne und geläuterte Nation. Der Umgang mit der deutschen Geschichte spielt für die Identitätskonstruktion eine grundlegende Rolle – der Diskurs um die „deutschen Opfer des Krieges“ durch Bombardierung oder Vertreibung; das Paradigma der freiheitsliebenden Deutschen, welche die zweite Diktatur auf deutschem Boden – so der gleichmacherische Jargon der Totalitarismustheorie – in einer „friedlichen Revolution“ von sich abschüttelten.

Gezeichnet wird das Bild einer normalen, aufgeklärten Nation, einer Nation, die zu ihren Fehlern steht und daraus gelernt hat. Deutsche Täterschaft wird anerkannt, verschwindet jedoch im abstrakten Jahrhundert der Kriege, im allgemeinen Leid, hinter einer Clique von Naziverbrechern. Die Dresdner Erzählung von den Deutschen als Opfer ist ein Baustein in dem Versuch, eine ungebrochene deutsche Identität zu gewährleisten, denn das Gedenken bezieht sich positiv auf eine vermeintlich unschuldige Zivilbevölkerung. Eine tatsächliche Auseinandersetzung mit dem NS jedoch hieße zu erkennen, dass es eine solche nicht gegeben haben kann. Ein positiver Bezug auf Deutschland verböte sich – insbesondere angesichts der planmäßigen Entrechtung, Verfolgung und Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden als Konsequenz eines deutschen Antisemitismus, in dem sich eine ganze Gesellschaft zusammenfand. Es ist der von Moishe Postone geforderte „konstante d.h. in fortwährender Auseinandersetzung zu vollziehende Bruch“, der als einzige Konsequenz aus der Vergangenheit der Deutschen zu ziehen ist. Kein Fortschreiben einer bruchlosen deutschen Identität, sondern ein Bruch mit den Kontinuitäten nationalsozialistischer Ideologie. Ein Bruch mit Deutschland!

Seit Goebbels nichts Neues
Anknüpfend an das bürgerliche Gedenken etablierten die Nazis ihren Aufmarsch zum 13. Februar. Er entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem der größten Naziaufmärsche nach 1945. Zwar gibt es auch in anderen deutschen Städten Nazi-Erinnerungsveranstaltungen, die Größenordnung Dresdens wird dabei aber nicht einmal annähernd erreicht. Zu beantworten ist also die Frage, warum gerade Dresden so attraktiv für die bundesweite Nazisszene ist?

Der 13. Februar erlaubt den Nazis heute ein direktes Anknüpfen an ihre historischen Vorbilder. Viele der Dresdner Mythen haben ihren Ursprung in der propagandistischen Ausschlachtung der Bombardierung durch das Reichspropagandaministerium, welches den Grundstein für eine Täter_innen-Opfer-Umkehr legte. Darüber hinaus fand die Darstellung, die die Bombardierung als alliiertes Kriegsverbrechen brandmarkte, große Resonanz in der Bevölkerung. Die Mythen wurden in die lokale „oral history“ integriert und in der Nachkriegszeit, sowie in DDR und später BRD unzählige Male reproduziert. Sie sind so im kulturellen Gedächtnis verfestigt, dass die Mythen noch heute immer wieder im Diskurs anzutreffen sind und in weiten Teilen der Bevölkerung zum common sense gehören. Für die Nazis ergibt sich hieraus eine Situation, in der sich ihre Position großflächig mit der hegemonialen öffentlichen Meinung überschneidet und ihnen ein unkompliziertes Mitmachen ermöglicht. Sie können sich in Bezug auf den 13. Februar ohne weiteres als Teil der gesellschaftlichen Mitte sehen. Bestärkt wird diese Sicht durch die in Dresden geläufige Position, die Nazis würden – zwar aus falschen Gründen – das Richtige tun: trauern.

Im Unterschied zum bürgerlichen Gedenken nehmen die Nazis in ihrer Form des Gedenkens jedoch ganz offen Bezug auf die NS-Ideologie. Argumentativer Bezugspunkt ist die deutsche Volksgemeinschaft. So spricht der sächsische NPD-Abgeordnete Jürgen Gansel davon, dass der „deutsche Volkskörper“ von einem „eliminatorischen Antigermanismus“ bedroht gewesen sei, die Deutschen also aufgrund ihres Deutschseins bombardiert worden wären. Es findet letztendlich eine Umdeutung des Krieges statt, so dass eben nicht Deutschlands Vernichtungskrieg im Fokus steht, sondern, dass die Alliierten einen Krieg gegen Deutschland entfacht hätten, um die „deutsche Rasse“ zu vernichten. Daran anschließend wird ein vermeintlicher Tabubruch eingefordert, der es endlich ermögliche, um „deutsche Opfer“ zu trauern und sich von der „moralischen Holocaustkeule“ zu lösen. Damit wird ein unverhohlener Antisemitismus deutlich, der sich durch die gesamte Argumentation zieht. So ist auch in bewusster Anlehnung an die Begriffe aus dem Gedenken an die Opfer der Shoa vom „alliierten Bombenholocaust“ die Rede.

And now? Action!
Auch am 13. Februar 2010 werden in Dresden wieder mehrere tausend Antifaschist_innen gegen den Nazi-Großaufmarsch protestieren. Wir rufen dazu auf, dieses Anliegen nicht losgelöst von einer grundlegenden Kritik des Gedenkens zu betrachten und den Fokus linksradikaler Aktivitäten auch auf das städtische Gedenken zu richten. Ein Ansatz, der zugunsten einer breiten Mobilisierung allein den Naziaufmarsch in den Mittelpunkt rückt, übergeht allzu leicht den geschichtsrevisionistischen Kern sämtlicher 13. Februar-Gedenkenformen. Die Folgen sind unangenehm aber vorhersehbar: Subsumierung ins Dresden-Gedenk-Ringelpiez und Eingemeindung in die Dresdner Bürgerschaft, die das Ansehen Dresdens und das Gedenken gegen einen „Missbrauch“ verteidigen will.

Folgerichtig sollte sich eine radikale Linke bemühen, eine gedenkkritische Position sicht- und wahrnehmbar zu machen und darauf verzichten, sich ausschließlich an den Nazis abzuarbeiten. Das heißt zuallererst, die Differenzen zwischen dem bürgerlichen Gedenken und dem der Nazis richtig einzuschätzen: sie sind vorhanden, aber nur vordergründiger Art und spätestens mit dem Hauptanliegen, der Trauer um vermeintliche deutsche Opfer, erschöpft. Genau hier gilt es anzusetzen und Kritik zu üben. Unterbleibt diese, etwa aus Sorge um die Anschlussfähigkeit der eigenen Position, wird weiterhin die sowohl im bürgerlichen als auch im Nazi-Spektrum kursierende Erzählung von den Deutschen als Opfer des Zweiten Weltkriegs gestärkt und damit auch ein neuer deutscher Nationalismus legitimiert. Eine Linke, die solche geschichtspolitische Kritik aufgibt, würde sich selbst überflüssig machen.

Selbstverständlich folgt hieraus nicht, die Nazis rechts liegen zu lassen. Ein Aufmarsch, der ein offen nationalsozialistisches Weltbild propagiert, außerdem Shoa und Vernichtungskrieg relativiert darf nicht unwidersprochen stattfinden. Ihm kompromisslos entgegenzutreten ergibt sich schon allein aus dessen Größenordnung und dem damit einhergehenden ganz realen Gefahrenpotential.

Deswegen heißt es auch 2010: Keine Versöhnung mit Deutschland. Gegen jeden Geschichtsrevisionismus. Deutsche Täter_innen sind keine Opfer. Naziaufmarsch verhindern.

12. Februar 2010, 18 Uhr, Jorge-Gomondai-Platz:
Demonstration gegen deutsche Opfermythen
13. Februar 2010:
Aktionen gegen Gedenken und Nazis

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Antisemitische Schläger unmöglich machen – auch linke! http://antifasenden.blogsport.de/2009/12/03/10/ http://antifasenden.blogsport.de/2009/12/03/10/#comments Thu, 03 Dec 2009 17:32:22 +0000 Administrator Allgemein http://antifasenden.blogsport.de/2009/12/03/10/

Am Sonntag, den 25.10.2009, verhinderten Antisemitinnen und Antisemiten gewaltsam eine vom Hamburger Programmkino b-movie und der Gruppe Kritikmaximierung geplante Vorführung von Claude Lanzmanns Film »Warum Israel«.

Mitglieder des »Internationalen Zentrums« B5, der Gruppe »Sozialistische Linke« (SoL) und der »Tierrechtsaktion Nord« (TAN), die sich mit Mundschutz und Quarzsandhandschuhen auf eine körperliche Auseinandersetzung vorbereitet hatten, verweigerten den Gästen den Zugang ins Kino. Besucherinnen und Besucher wurden dabei gezielt ins Gesicht geschlagen und als „Schwuchteln“ und „Judenschweine“ beschimpft. Auch in den Tagen darauf wurden Gäste, die von Blockadebeteiligten auf der Straße wiedererkannt wurden, bedroht und, in mindestens einem Fall, auch tätlich angegriffen.

In einer offiziellen Stellungnahme rechtfertigte die B5 die Gewaltausbrüche inhaltlich und tat sie als „kleinere Rangeleien“ ab. Diese Erklärung strotzt abermals vor antisemitischen Klischees: So wird etwa „der Zionismus“ als „rassistisches Projekt“ bezeichnet, mittels dessen „künstlich der jüdische Charakter gewahrt werden“ solle. Denn als künstlich gilt der antisemitischen Denkweise immer das jüdische, als natürlich aber alle anderen Völker.

Wir halten es für unerträglich,

* dass ein Kino sein Programm vom Wohlwollen einer benachbarten Aktion Saubere Leinwand abhängig machen soll;
* dass Linke sich als antisemitischer Kampftrupp formieren, um missliebige Veranstaltungen zu Israel zu unterbinden;
* dass ein Film von Claude Lanzmann, französischer Jude, Résistancekämpfer und Regisseur von »Shoah«, der bedeutendsten Dokumentation über die Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden, in Deutschland zum Angriffsziel einer militanten Blockade werden kann.

»Warum Israel« (1973) zeigt nicht bloß die verschiedenen Facetten der israelischen Gesellschaft. Es geht darin, aus der Perspektive eines Diasporajuden, um die Bedeutung des jüdischen Staates als Konsequenz aus der Shoah. Wer, wie die B5, die Vorführung eines solchen Films als „Provokation“ versteht, der nur mit Gewalt beizukommen sei, steht auf der Seite der Barbarei.

Dieses Spektrum ist seit Jahren dafür bekannt, seinen Antisemitismus gewaltförmig auszuleben. Es sind die gleichen, die sich 2002 mit Gewalt Zutritt zum Freien Sender Kombinat (FSK) verschafften und dort einen Kritiker ihres Israelhasses fachmännisch zusammenschlugen; die auf einer antifaschistischen Demonstration im Januar 2004 die Trägerinnen und Träger eines Transparents »Deutschland denken heißt Auschwitz denken« von der Kundgebung prügelten; die seither bei zahlreichen Gelegenheiten Menschen, die Israelfahnen oder -buttons trugen oder aus anderen Gründen nicht in ihr Weltbild passten, bedroht, geschlagen oder mit Flaschen und Steinen beworfen haben.

Was es diesen Gruppen um die B5 bislang stets erlaubt hat, ihre Übergriffe weiter fortzusetzen, ist die Tatsache, dass sie von der Mehrheit der Linken und Alternativen entschlossene Gegenwehr nicht zu fürchten hatten. Kaum jemand der Linken steht ausdrücklich auf ihrer Seite; aber allzu viele waren dennoch bereit, ihnen ihr Plätzchen im Bündnis, auf dem Stadtteilfest oder sonst wo in der Szene freizuhalten.

Weil wir wissen, dass es ebenso verantwortungslos wie gemeingefährlich wäre, Antisemitinnen und Antisemiten gewähren zu lassen; weil wir wissen, dass die Schlägerinnen und Schläger mit jedem Erfolg nur stärker werden – daher halten wir es für unabdingbar, dass am 13.12., bei der Neuansetzung von »Warum Israel« im b-movie, der Film auf jeden Fall gezeigt wird.

Um die Angreiferinnen und Angreifer vom 25.10. politisch zu isolieren und eine Wiederholung ihres antisemitischen Gewaltspektakels zu verunmöglichen, rufen wir für diesen Tag zu einer Demonstration zum b-movie auf.

Auftaktkundgebung: 13.30 vor der Roten Flora
Abschlusskundgebung: 15.00 vor dem B-Movie

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Demo: SOS – Keine Abschiebungen von Roma in den Kosovo! http://antifasenden.blogsport.de/2009/11/17/demo-sos-keine-abschiebungen-von-roma-in-den-kosovo/ http://antifasenden.blogsport.de/2009/11/17/demo-sos-keine-abschiebungen-von-roma-in-den-kosovo/#comments Tue, 17 Nov 2009 21:22:04 +0000 Administrator Allgemein http://antifasenden.blogsport.de/2009/11/17/demo-sos-keine-abschiebungen-von-roma-in-den-kosovo/

„Wir leben schon 20 Jahre zusammen, wir gehen zusammen in die Schule, wir arbeiten zusammen, wir spielen zusammen, wir tanzen zusammen, wir singen zusammen, wir sind sehr gute Freunde, wir lieben uns, wir bauen gemeinsam eine Zukunft auf. Das war bisher Deutschland für uns. Seit dem Frühjahr ist es jedoch die Hölle für uns. Wir haben Angst und wollen hier bleiben!“

In Deutschland sind fast 10.000 Roma akut von einer Abschiebung in den Kosovo bedroht. Beide Staaten haben in diesem Jahr ein Rückübernahmeabkommen verhandelt, in dem der Kosovo die Wiederaufnahme der von dort kommenden Flüchtlinge – auch von Roma und anderen Minderheiten – zusichert. Einige Bundesländer wie z.B. NRW und Niedersachsen haben allerdings schon im April / Mai begonnen, das Abkommen umzusetzen und haben den bisherigen Abschiebungsschutz für Minderheiten aus dem Kosovo per Erlass aufgehoben. Erste Sammelabschiebungen haben bereits stattgefunden.
Die Abschiebungen in den Kosovo, wie sie aktuell vom deutschen Staat massenhaft vorbereitet werden, stellen für Roma und andere Minderheiten eine existentielle Gefahr dar. Die Situation im Kosovo hat sich für sie nicht gebessert, eine Perspektive auf ein würdiges Leben besteht dort nicht. Roma sind im Kosovo immer noch rassistischen Diskriminierungen und gewaltsamen Übergriffen ausgesetzt. Sie werden vom regulären Arbeitsmarkt sowie von Sozialleistungen faktisch ausgeschlossen. Eine medizinische Grundversorgung ist ebenso wenig gesichert. Sie erwartet ein Leben am Rande des körperlichen Existenzminimums in bleiverseuchten Flüchtlingslagern oder in Obdachlosigkeit. Gerade vor dem Hintergrund des nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma verbietet sich die Abschiebung von Roma. Deutschland hat gegenüber den Roma die historische Verantwortung, sie vor Verfolgung zu schützen.

Wir fordern von den Innenministern der Länder und des Bundes:
Keine Abschiebungen von Roma oder anderen Minderheiten in den Kosovo!
Sofortiger Abschiebungsstopp!
Schutz und Asyl für ALLE verfolgten Roma!
Bedingungsloses Bleiberecht für ALLE Roma und andere Minderheiten aus dem Kosovo!

Aufruf der: SOS Rroma Initiative

SOS – Keine Abschiebung von Roma in den Kosovo – Überregionale Demonstration in Münster (Westf.)
Samstag 21.November 2009 / 13.00 Uhr Hbf. / Berliner Platz

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28.11.: Naziaufmarsch in Recklinghausen verhindern http://antifasenden.blogsport.de/2009/11/04/2811-naziaufmarsch-in-recklinghausen-verhindern/ http://antifasenden.blogsport.de/2009/11/04/2811-naziaufmarsch-in-recklinghausen-verhindern/#comments Wed, 04 Nov 2009 14:34:52 +0000 Administrator Allgemein http://antifasenden.blogsport.de/2009/11/04/2811-naziaufmarsch-in-recklinghausen-verhindern/ Weder Ar­beit, Brot noch Frei­heit -
„mo­der­nen“ Na­tio­nal­so­zia­lis­mus be­kämp­fen!

an­ti­fa­schis­ti­sche De­mons­tra­ti­on – Reck­ling­hau­sen 27.​11. 18:00

Kommt zur De­mons­tra­ti­on nach Reck­ling­hau­sen!

an­ti­fa­schis­ti­sche De­mons­tra­ti­on
Reck­ling­hau­sen 27.​11. 18:00
http://vorabenddemo.blogsport.de/

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Podiumsdiskussion: Der Iran zwischen religöser Diktatur und Revolte http://antifasenden.blogsport.de/2009/10/21/podiumsdiskussion-der-iran-zwischen-religoeser-diktatur-und-revolte/ http://antifasenden.blogsport.de/2009/10/21/podiumsdiskussion-der-iran-zwischen-religoeser-diktatur-und-revolte/#comments Wed, 21 Oct 2009 14:19:42 +0000 Administrator Allgemein http://antifasenden.blogsport.de/2009/10/21/podiumsdiskussion-der-iran-zwischen-religoeser-diktatur-und-revolte/

06.11.2009 | 18 Uhr | Institut für Soziologie | Münster

Nach drei Jahrzehnten islamischer Diktatur brodelt es gewaltig im Iran. Auslöser für den massenhaften Protest von Millionen von Menschen war der all zu offensichtliche Wahlbetrug, der den Präsidenten Ahmadinejad in seinem Amt bestätigen sowie die Stabilität des Regimes insgesamt festigen sollte. Vielen Menschen im Iran geht es aber um weit mehr als um Neuwahlen. Sie fordern ein Ende des auf der Sharia basierenden Tugendterrors, sie kämpfen für den Sturz der “Islamischen Republik”.

Mit der Veranstaltung möchten wir eine Analyse der islamischen Diktatur vornehmen und einen genaueren Blick auf die verschiedenen oppositionellen Strömungen werfen. Ferner wird die enge wirtschaftliche Verflechtung deutscher Unternehmen mit dem iranischen Regime sowie die diesbezügliche deutsche Außenpolitik beleuchtet und die Frage aufgeworfen, wie eine praktische Solidarität mit den Prostesten im Iran aussehen kann.

Es referieren: Wahied Wahadat-Hagh, Hamid Mohseni, Stephan Grigat

Die Veranstaltung wird organisiert von: den Referaten für politische Bildung der ASten der Uni und FH, dem Referat für Frieden und Internationalismus, den Gruppen et2c und Antifa Linke Münster und den UIJSPA aus Köln.

Mehr Infos auf der Sonderseite

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Keine Homezone für Nazis! – Antifaschistische Demonstration in Höxter http://antifasenden.blogsport.de/2009/10/12/keine-homezone-fuer-nazis-antifaschistische-demonstration-in-hoexter/ http://antifasenden.blogsport.de/2009/10/12/keine-homezone-fuer-nazis-antifaschistische-demonstration-in-hoexter/#comments Mon, 12 Oct 2009 08:51:47 +0000 Administrator Allgemein http://antifasenden.blogsport.de/2009/10/12/keine-homezone-fuer-nazis-antifaschistische-demonstration-in-hoexter/
Ein Aufruf der Antifaschistischen Initiative Höxter [A.F.I.]

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Termine und Kontakt http://antifasenden.blogsport.de/2009/10/10/termine/ http://antifasenden.blogsport.de/2009/10/10/termine/#comments Sat, 10 Oct 2009 17:22:39 +0000 Administrator Allgemein http://antifasenden.blogsport.de/2009/10/10/termine/ Wie gesagt befindet sich die Seite der „Antifa Senden“ noch im Aufbau. Doch so langsam kommt Bewegung ins Spiel.
Seit heute gibt es für euch Infos über Termine und ihr habt die Möglichkeit mit uns in Kontakt zu treten.
Leider ist im Moment die Kontaktaufnahme über PGP oder ähnliche Methoden oder Software noch nicht möglich. Wir arbeiten allerdings daran, dies zu ändern.

Schaut doch mal bei Gelgenheit rein.

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GRÜNDUNG http://antifasenden.blogsport.de/2009/09/22/gruendung/ http://antifasenden.blogsport.de/2009/09/22/gruendung/#comments Tue, 22 Sep 2009 17:52:23 +0000 Administrator Allgemein http://antifasenden.blogsport.de/2009/09/22/gruendung/ Nach einigen Gesprächen haben wir uns nun entschieden die „Antifa Senden“ ins Leben zu rufen.
Wie ihr seht befindet sich die Seite noch im Aufbau.
Schaut öfter mal vorbei,
Wir arbeiten noch dran.

Antifa Senden

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